home mail print index imprint

12.09.2007

Sozialismus als Heilslehre: Der Sozialstaat als Religion - was folgern wir aus dem eigentlichen Charakter des Sozialismus?

Dr. Ulrich Woronowicz, Theologe, Kirchenrechtler, Religionsphilosoph und Autor des Buchs „Sozialismus als Heilslehre“

Die SED Erbin „Die Linke" geht derzeit mit dem Slogan „Freiheit durch Sozialismus" auf Stimmfang. Für die Öffentlichkeit ist dies kein Stein des Anstosses. In Vergessenheit scheint geraten, dass im real existierenden Sozialismus die Freiheit unterdrückt und Menschen ihrer Weltanschaung wegen gefoltert wurden.  

 

Der Theologe Dr. Ulrich Woronowicz erfuhr den Alltag des Sozialismus. Zwischenzeitlich wurden 27 Stasi-IM auf ihn angesetzt und seine Habilitation scheiterte, weil er sich nicht anpasste. Aus dieser Erfahrung heraus wendete sich Dr. Woronowicz gegen die Geschichtsverfälschung unserer Tage, die im Sozialismus eine „an und für sich gut Idee" sieht.  

 

In einem theologischen und historischen Rückblick zeigte Dr. Woronowicz, wie sich Ersatzreligionen, zu denen Faschismus und Sozialismus zählen, herausbildeten und im 20. Jahrhundert die Menschheit mit Terror und Mord bedrängten. Nachdem die Religion aus dem öffentlichen Leben und der Politik vertrieben wurde, fehlte eine tiefere Sinnstiftung. An die Stelle der göttlichen Ordnung und dem Erlösungsglaube trat die sozialistische Utopie von der "klassenlosen Gesellschaft". Um die Realität an diese Utopie anzupassen, war es legitim alle Gegner zu beseitigen. Zwang, Folter und Mord sind also nicht „Fehler der Geschichte", sondern inhärente Prinzipien der Ersatzreligion Sozialismus.  

 

Die sozialistische Ersatzreligion versucht mittels Zwang zu der Erlösung, also der „klassenlosen Gesellschaft" zu kommen. Auf der anderen Seite steht der Glaube, der auf der Freiwilligkeit aufbaut. Anhand des neuen Testamentes zeigte Dr. Woronowicz, wie an die Stelle des „du sollst" ein freies Bekenntnis zum Erlöser tritt. Aber auch im Alten Testament ist „Fortschritt die Folge der Freiheitsgewärung", so Dr. Woronowicz. Der Zustand des Paradises zeichnete sich durch die Freiheit aus. In ihren Entscheidungen vollkommen frei und ohne Aufsicht Gottes, so lebten Adam und Eva anfangs.  

 

Zu den Unterschied von sozialistischen Zwang und religiöser Freiwilligkeit kommt ein zweiter Unterschied. In der DDR gab man immer die Parole Lenins aus: „Glaube ist gut, Kontrolle ist besser". Der Sozialismus will den Menschen in seinem Denken und Handeln kontrollieren. Der Staat verfügt, dass jeder an das sozialistische Weltbild und ihre Utopie glauben soll. Der Glaube hingegen entsteht erst durch das gegenseitige Vertrauen zwischen Gott und den Menschen, aber auch der Menschen untereinander.  

 

Am Anschluss an den Vortrag wurde in einer Fragerunde nochmals der Unterschied zwischen Religion und Ersatzreligion thematisiert. Wieweit erfüllen Ersatzreligionen die „Wegweise- und Schutzfunktionen" der klassichen Religionen? Woher rühren die Überschneidungen zwischen dem Christentum und dem Sozialismus? Für Dr. Woronowicz war es wichtig die grundsätzliche Verschiedenheit von Religion und Ersatzreligion, von Christentum und Sozialismus zu bennen: Die Wertmaßstäbe, an denen die Menschen gemessen werden.  

Programm

19.00 Sozialismus als Heilslehre: Der Sozialstaat als Religion - was folgern wir aus dem eigentlichen Charakter des Sozialismus?  

Dr. Ulrich Woronowicz, Theologe, Kirchenrechtler, Religionsphilosoph und Autor des Buchs „Sozialismus als Heilslehre"  

 

anschließend Fragen und Diskussion  

 

20.30 Snacks und Getränke  

 

In Kooperation mit der Sektion Berlin-Brandenburg des Bundes Freiheit der Wissenschaft  

Veranstaltungsort

Institut für Unternehmerische Freiheit

Hackesche Höfe  

Rosenthaler Str. 40/41, Hof II, Aufgang V  

10178 Berlin  

SPONSORING
NEWSLETTER

Ja, ich möchte aktuelle Meldungen vom Institut für Unternehmerische Freiheit:

ZITATE

Thomas Jefferson (1743-1826)

"The ground of liberty is to be gained by inches, [and] we must be contented to secure what we can get from time to time and eternally press forward for what is yet to get. It takes time to persuade men to do even what is for their own good."

Stipendien für begabte Leute
iuf top