Bei einer "Fat Tax" gäbe es diesen wettbewerblichen Schutzmechanismus nicht, denn der Fiskus ist per Definiton ein (territorialer) Monopolist. Die Krankenkasse kann jeder leicht wechseln; wer den Fiskus wechseln will, kann dagegen bestenfalls in die Schweiz oder nach Liechtenstein auswandern. Und selbst für die wird, dank der Steinbrück-Kavallerie, die Luft immer dünner. Das IW müsste das eigentlich wissen.
Kristian Niemietz
Leiter Wirtschaft und Finanzen
Institut für Unternehmerische Freiheit
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Nachmeldung des IUF:
Da wir ein paar irritierte Rückmeldungen auf diesen Beitrag bekamen, möchten wir noch einmal klarstellen: Natürlich hatten wir nicht vor, den Kollegen vom IW den Spaß an ihrem gelungenen Aprilscherz zu verderben.
Doch die Aprilscherze von heute sind manchmal die politischen Ideen von morgen. Die US-amerikanische Tax Foundation in Washington D.C. z.B. hat genau das, was das IW hier mit Augenzwinkern vorlegt, schon vorgeschlagen, uns zwar ohne zeitliche Nähe zum April Fool's Day:
„This system would operate smoothly through the IRS [=US-Bundessteuerbehörde], as everyone would submit an official Body Mass Index (BMI) report with their annual tax return. The IRS would make the fat tax calculation for you. It would be a progressive tax: the fatter the taxpayer, the higher the tax."
Auf die Bediensteten des US-Bundestaates Alabama könnte eine an den BMI gekoppelte Sonderabgabe ab nächstem Jahr tatsächlich zukommen. Da einfach die Beweislast umgekehrt wird (die Abgabe also nur durch Vorlage eines ärztlichen Attests reduziert werden kann), ist es dazu noch nicht einmal nötig, mit Waage und Bandmaß bewaffnete Steuerfahnder ausschwärmen zu lassen. Und daran, dass die Fat Tax als indirekte Steuer schon in vielen europäischen Ländern auf der politischen Agenda stand, können sich die meisten Leser wahrscheinlich erinnern.
Auszuschließen ist es also keinswegs, dass man, wenn die Fat Tax das nächste Mal auf dem Programm steht, vergebens auf das „April, April!" am Ende warten wird.