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02.11.2002

(Große) Pleiten braucht das Land - IUF Kommentar 1/2002

Sascha Tamm, IUF

Wenn in Deutschland eine Erhöhung der Zahl der Firmenbankrotte bekannt wird, erhebt sich öffentliches Gejammer. Das wäre ein Zeichen für die schlechte wirtschaftliche Lage, Arbeitsplätze würden vernichtet werden. Dann werden öffentliche Zuschüsse gefordert, Überbrückungskredite oder was das Schreckensarsenal des Interventionismus noch alles bereit hält. Aktivismus und Betroffenheit treten besonders dann zu Tage, wenn Großunternehmen betroffen sind.  

 

Wenn diese dann mit öffentlichen Mitteln noch einige Zeit über Wasser gehalten werden, erhebt sich oft als einzige Kritik, dass man den Großen helfe, die Kleinen aber sterben lasse. Das ist in der Tat ungerecht. Aber die Lösung kann nicht sein, nun auch noch die Kleinen zu fördern. Nein, auch die Großen müssen verschwinden, wenn sie dem Wettbewerb nicht mehr gewachsen sind.  

 

Da würden aber, so wird eingewandt, Arbeitsplätze verschwinden und das wäre für den Steuerzahler viel teurer als die Subventionen. Nicht einmal das stimmt in den meisten Fällen, zumal sich viele Unternehmen zu dauerhaften Beihilfeempfängern entwickeln. Doch wer überhaupt so rechnet, hat wenig von Marktwirtschaft verstanden. Die Mittel, die in marode Unternehmen fließen, werden erst einmal den Steuerzahlern aus der Tasche gezogen. Sie können also von diesen weder für den Konsum noch für Investitionen genutzt werden - so wird die Entstehung von Arbeitsplätzen verhindert. So führen die von den Verfechtern der sozialen Gerechtigkeit geforderten staatlichen Hilfen vor allem zu einem: zu großer Ungerechtigkeit. Kapital wird verschwendet, Menschen mit guten Ideen werden daran gehindert, diese umzusetzen.  

 

Viele Unternehmen gehen daran zugrunde, dass sie Forderungen nicht eintreiben können. Hier ist in der Tat der Staat gefordert - aber nicht, indem er den Unternehmen finanziell unter die Arme greift, sondern indem er ein Rechtssystem schafft, das einen effektiven Einzug von Forderungen ermöglicht. Und indem er seine eigenen Rechnungen bezahlt.  

 

Pleiten führen dazu, das falsche Geschäftsmodelle, falsche Produktionsmethoden, falsche Produkte vom Markt verschwinden. Im Sozialismus gab es keine vereinzelten Pleiten - nur die Pleite des gesamten Systems. Das Problem sind nicht zu viele Pleiten, sondern zu wenige Unternehmensgründungen. Hier braucht es natürlich auch keine staatlichen Finanzhilfen oder Förderungen (wenn diese hier auch im Verhältnis zur künstlichen Beatmung sterbender Unternehmen immer noch besser aufgehoben sind), hier braucht es letztlich nur eines: unternehmerische Freiheit. Und die kostet den Steuerzahler gar nichts.  

 

Autor:  

 

  • Sascha Tamm, IUF

 

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